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Die Krebsforschung steht heute an einer entscheidenden Schwelle: In den letzten Jahrzehnten sind Wissenschaftler mit Methoden der Zell- und Molekularbiologie und der Genomforschung zunehmend zu den Wurzeln des Krankheitsprozesses vorgedrungen. Nun geht es darum, diese Erkenntnisse noch einen entscheidenden Schritt weiter voranzubringen, um das über Jahrzehnte gesammelte Wissen den Menschen, den Patienten, in noch stärkerem Masse zugute kommen zu lassen. Dies gilt für den Bereich der Krebsdiagnostik, Krebstherapie, aber auch für die Forschung zur Krebsprävention.
So möge das nachfolgende Beispiel demonstrieren, wenngleich es in der Natur der Sache liegt, dass sich ein so weites Gebiet wie die Krebsforschung hier nur sehr schwer in komprimierter Form darstellen lässt, dass der steinige Weg von der Grundlagenforschung in erfolgreichen klinischen Anwendungen münden kann.
Im diagnostischen Bereich illustriert dies z.B. eindrücklich die Entwicklung von DNS-Chips. Die Entwicklung der sogenannten DNS-Chiptechnologie ist ein Meilenstein für die Krebsdiagnostik: Tumoren haben ihren eigenen genetischen Fingerabdruck, ein komplexes Muster von Hunderten charakteristischer Genomveränderungen. Manche Tumor-Genprofile – «Signaturen» genannt – geben sogar Information preis, die die Behandlung von Krebserkrankungen verbessern kann. Mit neuartigen Testsystemen – sogenannten DNS-Chips – fahnden Genomforscher im Erbgut von Tumoren nach solchen Signaturen. So kann bereits bei der chronischen B-Zell-Leukämie, dem häufigsten Blutkrebs beim Erwachsenen, auf Ebene der Gene eine aggressive oder eher gutartige Verlaufsform der Krankheit vorausgesagt und damit eine für den Patienten maßgeschneiderte Behandlung eingeleitet werden.
Viele weitere Forschungsprojekte stehen ebenfalls kurz vor oder direkt an der Schwelle zur klinischen Anwendung: Die Untersuchung der Bedeutung chemischer Modifikationen am Erbgut der Tumorzellen (Epigenetik) lieferte den Ansatzpunkt für ein ganz neues Konzept der medikamentösen Krebstherapie. Die Genomforschung identifiziert immer neue körpereigenen Moleküle als Ansatzpunkte für Krebsmedikamente. Häufig simulieren Wissenschaftler per Computer die Wechselwirkung zwischen Wirkstoff und Zielmolekül, um schneller ans Ziel zu kommen. Eine Renaissance erfährt zur Zeit der Einsatz von Antikörpern in der Krebsmedizin. Eine mögliche Therapieoption für die Zukunft sind im Labor designte Antikörpermoleküle, die strahlende Partikel oder Zellgifte gezielt zu den Krebszellen lotsen. Nach langen Jahren der Entwicklung ist kürzlich in den USA das erste Medikament zugelassen worden, das die Gefäßneubildung von Tumoren hemmt und damit die Geschwulst von ihren Versorgungsbahnen abschneidet. Viele dieser langjährigen Forschungsanstrengungen stehen kurz davor, Früchte zu tragen. Dies demonstriert, dass kontinuierliche Förderung der Krebsforschung eine überaus lohnende Investition in die Gesundheit von uns Allen ist.
Krebs ist bei Krankheiten die zweithäufigste Todesursache. Nur an Herz-Kreislauferkrankungen sterben mehr Menschen. Eine Krebsforschung, welche die Erforschung der Ursachen, die Erkennung, die Therapie sowie die Prävention umfasst, ist daher grundlegend wichtig.
Unsere moderne Hightech-Welt hat viele bewundernswerte Errungenschaften und Forschungsergebnisse erzielt; in der Krebsforschung muss jedoch noch viel getan werden. Ziel muss es sein, diese häufige und furchtbare Krankheit wirksamer bekämpfen zu können und schlussendlich zu besiegen!
Die staatliche Förderung und Unterstützung der Krebsforschung bildet die Finanzierungsgrundlage für die Krebsforschung. Eine zielgerichtete Forschung benötigt aber weitere Mittel. Die Unterstützung der Forschung durch die Wirtschaft und die Mitmenschen ist daher unerlässlich.
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